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Hirtshals Bunkermuseum

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersichtskarte über das Bunkermuseum und können näheres über die Geschichte des Geländes erfahren.

Bunker in Dänemark

Während des 2. Weltkrieges baut die deutsche Wehrmacht 7500 Bunker in Dänemark. Dieses grösste Bauwerk Dänemarks ist heute eine sichtbare Erinnerung an die Besatzungsjahre 1940-1945.

Die 6000 Bunker entlang der danischen Küsten sind ein Teil von Hitlers Atlantikwall, der sich im Süden von der Grenze zwischen Spanien und Frankreich bis zum Nordkap im Norden erstreckte.

Das Bunkermuseum

Das Bunkermuseum Hirtshals ist Dänemarks einzige vollständig ausgegrabene deutsche ­Verteidigungsanlage, die einem Publikum zugänglich ist. Das Museum besteht aus 54 ausgegrabenen Bunkern sowie aus vielen Kanonen-, Mörser- und Maschinengewehrstellungen. Ausserdem gibt es Radar- und Scheinwerferanlagen. Insgesamt besteht die Anlage aus 70 verschiedenen Standorten, die mit 3,5 Kilometer Laufgräben verbunden sind.

Die meisten Bunker gehören zu der so genannten 10. Batterie, aber die Stellungen des Hafenkapitäns sind auch ein Teil des Museums.

In einem der Mannschaftsbunker befindet sich die Auskunft mit einer Ausstellung über die 10. Batterie und Hirtshals, andere Bunker dagegen hat man wieder so eingerichtet, wie sie ursprünglich waren. Dadurch bietet das Museum den Besuchern einen Einblick in das tägliche Leben inner- und ausserhalb der Bunker, und man kann hier einen wichtigen Teil der neueren Kulturgeschichte Dänemarks erleben. Es besteht auch die Möglichkeit, das Museum mit einer Führung zu besichtigen.

Auf dem Museumsgebiet liegt der Leuchtturm von ­Hirtshals, von dem aus man über das riesige Festungswerk und den Aufbau der Anlage schauen kann.

Das Betreten der Anlage geschieht auf EIGENE Gefahr.
Bitte folgen Sie den gekennzeichneten Pfaden, wenn Sie das ­Museumsgebiet betreten.

Deutsche Kriegsstrategie

Durch den Bau des Atlantikwalls will die deutsche Wehrmacht die Westfront gegen Invasionen der Alliierten verteidigen, und die Bunkerstellungen werden in der Hoffnung gebaut, auf Truppen verzichten zu können, die für die deutschen Kriegshandlungen an der Ostfront unentbehrlich sind

Die Befestigungsanlagen an der europäischen Atlantikküste sollen nicht nur in der Lage sein, Angriffe von kleineren Truppen abzuwehren, sondern müssen auch regelrechten Landungsmanövern standhalten. Im Falle eines grossen Landungsmanövers muss vorab mit einem massiven Angriff vom Meer und aus der Luft gerechnet werden. Damit Waffen und Soldaten eine Chance gegen ein solches einleitendes Bombardement haben, müssen sie hinter dickem Beton geschützt werden.

Die Richtlinien für den Ausbau des Atlantikwalls werden im März 1942 erteilt. Im Laufe des Jahres 1943 wächst die Angst der Deutschen vor einer Invasion Nordjütlands, und mehrere Vergrösserungen der Verteidigungsanlagen werden durchgeführt. Wegen der Kontrolle des deutschen Oberkommandos über die dänischen Bunkerstellungen wird Feldmarschall Rommel im Dezember 1943 nach Nordjütland beordert, um dort die Befestigungsanlagen zu inspizieren.

Mannshaftsstube im Ausstellungsbunker. (Bunker Nr. 2)

Am dritten Dezember 1943 kommt Rommel nach Hirtshals und nimmt eine gründliche Besichtigung der 9. und 10. Batterie vor. Insgesamt ist Rommel mit dem Ausbau des Atlantikwalls an der dänischen Westküste nicht ganz zufrieden, und der Besuch hat einen weiteren Ausbau, insbesondere der 2. Linie, zur Folge.

Ausserdem ist Rommel unzufrieden mit den Soldaten, die in den Bunkerstellungen Dienst machen. Sie sind überwiegend Männer im Alter von 45-60 Jahren und bestehen aus mehreren Nationalitäten, u.a. aus Deutschen, Polen, Österreichern und Russen.

Feldmarschall Rommel inspiziert die Heeresküstenbatterie im Dezember 1943. (Wiedergabe nach einer Fotografie)

Bunker auf Kosten Dänemarks

Man geht davon aus, dass zwischen 50.000 und 100.000 Arbeitern aus ganz Dänemark an dem Bau der deutschen Bunkerstellungen teilnehmen.

Die Zusammenarbeit der beiden Staaten ermöglicht es der deutschen Wehrmacht, dänische Arbeiter für den Bau der Bunker zu verpflichten. Es ist für Arbeiter ohne Beschäftigung nicht möglich, die Arbeit für die Deutschen abzulehnen, da die Zahlung einer Arbeitslosenunterstützung sonst eingestellt würde.

Was die Kosten für den Bau betrifft, wird die Rechnung letzten Endes vom dänischen Staat beglichen. Sowohl Arbeiter als auch Lieferanten fordern reichliches Geld von den deutschen Bauherren in dem Versuch, die Bautätigkeit der Deutschen hinauszuzögern.

Aber die deutsche Wehrmacht bezahlt gern ihre Rechnungen mit Geldscheinen, die die Notenpresse der dänischen Nationalbank unaufhörlich druckt. Es geht nicht um Kleingeld: Der Preis für die Bunker beträgt 10 Milliarden Kronen. Das entspricht heute 300-400 Milliarden Kronen oder so viel wie 12 Grosse-Belt-Brücken, und damit sind die Bunker das grösste Bauwerk Dänemarks schlechthin.

Kommandobunker. (Bunker nr. 50)

9. und 10. Batterie Hirtshals

In der Nacht zwischen dem 9. und 10. April 1940 erreichen die ersten deutschen Truppen Hirtshals. Dort werden die Telegrafenkabel nach England und Norwegen sofort gekappt, und ungefähr 200 deutsche Soldaten werden im alten Bahnhof und im Hotel Hirtshals einquartiert. Auf dem Hafengelände errichtet die deutsche Armee eine Wachstelle, weil das deutsche Oberkommando der Meinung ist, dass Hirtshals als möglicher Landungsort für die alliierten Truppen in Frage komme.

Als die Besatzungskämpfe in Norwegen und in Frankreich überstanden sind, wird in Hirtshals der grösste Teil der deutschen Truppen abgezogen, und die Deutschen interessieren sich erst wieder im Winter 1940/41 für das Gebiet um Hirtshals herum, wo der Hafen eine wichtige Rolle bei den deutschen Truppentransporten und Versorgungslinien spielen wird.

Aus dem Grunde richten die Deutschen im Februar 1941 in Hirtshals eine Stelle als Hafenkapitän ein, die eine Aufstellung zweier Flak-Stellungen zum Schutz des Hafens nach sich zieht.

Im Laufe des Sommers und des Herbstes 1941 stationieren die Deutschen zwei Heeresküstenbatterien – die 9. und 10. Batterie – in Hirtshals und Umgebung. Jede Batterie wird mit vier 105 mm (Diameter des Projektils) Feldgeschützen ausgerüstet. Sie stehen auf Plattformen aus Beton und sind von einem Erdwall umgeben. Die 9. Batterie wird an der Ostseite der Stadt aufgestellt, während sich die 10. Batterie westlich der Stadt befindet.

Eine Flak mit einem deutschen Soldaten ­bemannt. (Wiedergabe nach einer Fotografie)

Im Laufe des Jahres 1942 wächst bei den Deutschen die Angst vor einer Invasion der Alliierten, und Nordjütland wird mehrmals in höchste Alarmbereitschaft versetzt. In Hirtshals hat dies eine Aufstellung weiterer Flakstellungen und eine zusätzliche Hafenabsperrung zur Folge. Ausserdem wird im Sommer 1942 der Ausbau der 9. und 10. Batterie als Teil des Atlantikwalls im Griff genommen. Hirtshals soll eine grosse Festung werden, und zusätzlich zur Errichtung der etwa 180 Bunker für Munition, Mannschaft und Geschützstellungen wird das Gebiet um die Stadt Hirtshals herum mit Stacheldrahtabsperrungen, spanischen Reitern und Minenfeldern versehen. Nach der Befreiung befinden sich 6254 Tretminen und 19844 Panzerminen im genannten Gebiet.

Der Ausbau der 9. und 10. Batterie ist im Laufe des Jahres 1943 fast fertig gestellt. Der Ausbau wird 1944 zwar fortgesetzt, aber er ist nur als Ergänzung gedacht. Deshalb ist die Festungsanlage in Hirtshals grösstenteils fertig, als die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie an Land gehen.

Tschechenigel.

Deutsches Musterhaus – »Regelbau«

Die ehemaligen Bunker entlang der dänischen Küste ­werden entsprechend ihrem Standort individuell entworfen, aber in Verbindung mit dem Ausbau des Atlantik­walls legen die Deutschen strenge Regeln für die Form der Bunker fest – den so genannten REGELBAU. Ein bestimmter Typ Bunker für bestimmte Zwecke: z. B. Mannschafts-, Küchen- und Munitionsbunker. Ausserdem kann man die verschiedenen Bunkertypen in drei Gruppen einteilen, die auf den Bautyp und die Widerstandskraft gegenüber feindlichen Angriffen hinweisen.

Permanente Stellungen:
Geschütz-, Munitions-, Mannschafts-, Sanitäts-, Verpflegungs- und Kommandobunker in mindestens 2 Meter dickem Beton.


Verstärkte feldmässige Ausbauten:
U. a. Flankenstellungsbunker in einem Meter dicken Beton.
Feldmässige Ausbauten: Maschinengewehr- und Mörserstellungen, Kanonenfundamente und Radartürme in
0,4-0.6 Meter dickem Beton.

Munitionsbunker mit Nebengang. (Bunker Nr. 28)
Mannschaftsbunker für 20 Mann. (Bunker Nr. 39)
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